Hähnchen erfreuen sich bereits seit jeher enormer Popularität als Nahrungsmittel, sodass auch die Hühnerzucht auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Heute gehen die Forscher davon aus, dass die Chinesen bereits im 6. Jahrtausend vor Christus die Hühnerzucht erfolgreich betrieben haben, denn entsprechende Knochenfunde sind eindeutige Hinweise für eine erfolgreiche Domestizierung des Huhns. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Hähnchenfleisch auf der ganzen Welt immer beliebter und die Hühnerzucht breitete sich im Zuge dessen aus. Funde aus dem 5. bis 4. Jahrhundert vor Christus zeigen, dass die Schweizer ebenfalls recht früh die Hühnerzucht für sich entdeckt haben. Doch erst die Römer betrieben die Hühnerzucht im größeren Stil und nutzten dieses Geflügel als Lieferanten für Fleisch und Eier.
Betrieben die Menschen früher die Hühnerzucht vorrangig zur Selbstversorgung, hat sich hieraus ein ganzer Wirtschaftssektor entwickelt. So findet die professionelle Hühnerzucht heutzutage fast ausschließlich auf speziellen Geflügelfarmen statt. Hierbei differenziert man zwischen Hühnern, die später als Hähnchen auf dem Teller landen, und solchen, die für frische Eier sorgen müssen.
In der professionellen Hühnerzucht finden trotz der enormen Vielfalt an Hühnerrassen nur ein paar wenige Arten Verwendung. So setzen gewerbliche Betriebe in der Regel auf sogenannte Hybridrassen. Hierbei handelt es sich um Tiere, die aus der Kreuzung zwei verschiedener Rassen hervorgegangen sind. Nichtsdestotrotz werden nach wie vor ebenfalls reinrassige Hühner gezüchtet. Dies ist auch unbedingt notwendig, weil nur auf diese Art und Weise die biologische Vielfalt dauerhaft erhalten werden kann. Diesen Teil der Hühnerzucht übernehmen mittlerweile aber hauptsächlich Liebhaber und Hobby-Züchter, denn für die Wirtschaft ist die Biodiversität in der Hühnerzucht absolut irrelevant. Hier stehen eine hohe Legeleistung oder ein schnelles Wachstum im Vordergrund, schließlich lassen sich nur mit optimierten Hybridrassen maximale Gewinne erzielen.